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unterwegs...
 
Klettersteig in den Loferer Steinbergen
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oder
Mit Tempo ans Ziel
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Am Telefon; meine Schwester beendet Ihren Satz: “ ... aber die Tour ist etwas anspruchsvoll.”; mir verschlägt es zunächst die Sprache.
Anke ist gewohnt, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn Sie sagt: “anspruchsvoll”, dann ist das auch so gemeint. Geplant ist ein Klettersteig in den Loferer Steinbergen, Samstag und Sonntag. Start in St. Ullrich am Pillersee. Angesagt ist kaltes, regnerisches Wetter; keiner von uns will es recht glauben! Aber unsere Anoraks sind im Standardgepäck. Wir sollten sie gut brauchen können.
Nun denn, Füße zum Laufen haben wir alle; und wenn meine Freunde keine Sorge haben, daß ich ihnen ein Klotz am Bein bin - an mir soll es nicht liegen.
Noch vor dem ersten Hahnenschrei treffen wir uns in Holzkirchen: Uschi & Rosi von der Sektion Otterfing, Anke, Klaus und ich.
Mit Ford Escort und Motorrad geht’s im Tiefflug nach St. Ullrich. Die Anfahrt ist ein schon eher motorsportliches Ereignis, der Escort schlägt sich tapfer; noch bevor ich einen Parkplatz gefunden habe, trifft auch der Rest der Mannschaft ein. Ich habe klamme Finger.
Als konditionsschwächstes Mitglied der Gruppe darf ich die Führung der ersten Etappe übernehmen. Ehrgeizig lege ich Tempo vor; wäre doch gelacht, wenn ich nicht zeigen könnte, was in mir steckt. Nach einer halben Stunde Anstieg bin ich schweißgebadet. Hinter mir ein Lachen und Scherzen, keiner der anderen bleibt mehr als zwei Meter zurück. ... Ich lege noch einen Schritt zu (schließlich will ich den Vorwärtsdrang meiner Mitstreiter nicht behindern. Das Wetter ist kühl und trocken, ideales Wanderwetter. 1200 Höhenmeter später erreichen wir das Seehorn (für mich normalerweise das ehrgeizige Ziel einer Tagestour). Ich sehe auf die Uhr, zwei Stunden sind vergangen.
Ich bin stolz auf mich. Nun sollte bald das Ziel, die “Schmidt-Zabierow-Hütte” zu sehen sein. So kann man sich irren. Voller Vertrauen in unsere Führerin Rosi habe ich mir die Karte natürlich nicht vorher angesehen. Ich erfahre, daß wir noch mindestens vier Stunden Weg vor uns haben.
Meine schnelle Schrittvorgabe wird zwar durchaus anerkannt, doch klingt ein kleiner (klitzekleiner!) Unterton der Kritik mit? Den Grund erfahre ich bald. Der Rest des Höhenweges ( und es ist ein langer Weg!) über Rothorn, Mitterhorn und Breithorn wird zur Qual. Ich bin glücklich, mich ganz hinten in die Marschreihe einordnen zu dürfen.
Beim Abstieg zur Hütte überrascht uns ein Gewitter, eher Sintflut als Unwetter. Naß wie frisch gebadete Katzen erreichen wir die Hütte. Schrecken und Ruhebedürfnis in den Knochen; werden wir von feiernden Trompetern, Saxophonisten und Tubabläsern empfangen. Die Hütte ist eng, warm und LAUT. Bis zwei Uhr morgens fröhliche Lieder der Blechbläser, tatkräftig unterstützt von einer Quetschn. Ein Erlebnis der besonderen Art.
Am nächsten Morgen; Schneeregen und Sturm verhindern den Gang über den Klettersteig. Wir machen uns auf den langen, kalten und nassen Abstieg.
Danach zwei Stunden auf dem Motorrad, zitternd und schnatternd vor Kälte - hier erweist sich die Überlegenheit des geschlossenen Automobils über das Zweirad -. In Holzkirchen krieche ich unter die heiße Dusche ... es war eine herrliche Tour!
Meinen Respekt vor den Otterfinger Damen, vor meiner Schwester und ihrem Freund; sie haben den Kampf mit meiner Leistungsgrenze klaglos ertragen.


Gerd

06-Dez-2000, geändert 17-Mar-2008 HW

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