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DAV Akademische Sektion München Hans Köhler
DAV Akademische Sektion München


Hans Koehler
* 9. 4. 1908, + 28.10.1999


Hans Koehler schlief in der Nach des 28. 10. 1999 friedvoll ein. Zusammen mit seiner Familie und seinen Freunden nahmen wir Abschied von unserem Hans in einer Trauerfeier auf dem Münchener Ostfriedhof am 15. 11. 1999.
Die Familie charakterisierte Hans mit den Worten: „Auf seinem langen Weg hat er uns allen mit großem Herzen Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt gegeben.“
Diese Worte schließen die ASM mit ein, denn in dem großen, langen Leben von Hans hatten neben der Familie und dem Beruf das Bergsteigen und der Alpenverein - und damit wir - immer einen festen Platz.
Sein Vater, damals Hüttenreferent der Sektion Leipzig, führte Hans zum Bergsteigen und mit 14 Jahren in die Sektion Leipzig. Zum Studium kam Hans 1930, 22-jährig, nach München, wo er als berggängiger Student der Ingenieurwissenschaften Kontakt zur Akademischen Sektion München aufnahm. Ein Vierteljahr später trat er in die ASM ein - und bald darauf aus der Sektion Leipzig aus.
Nach dem schrecklichen Krieg und dem Ende von Nazi-Deutschland sammelte unser Hans mit einer Handvoll ASM´ler die versprengten Sektionsmitglieder wieder zusammen und erweckte die ASM wieder zu Leben. In der schwierigen Nachkriegszeit, als jeder genug mit Problemen für sich und seine Familie zu kämpfen hatte, nahm Hans es auf sich, die Geschicke der ASM ganz in die Hand zu nehmen und die Sektion als Erster Vorsitzender von 1951 bis 1961 zu leiten.
Es ist sein Verdienst, daß in diesen zehn Jahren viele bergbegeisterte junge Leute - fast alles Studenten - sich der ASM anschlossen. Damit gelang ihm nach der Wiederbelebung der Sektion ein nachhaltiger Wiederaufbau, von dem die ASM heute noch - nach 40 Jahren - zehrt.
Dank unserem Hans entwickelte sich die ASM gleichzeitig zu einem Freundeskreis. Mit seiner liebenswürdigen Persönlichkeit, seiner Herzlichkeit und Wärme, seiner verständigen Anteilnahme und väterlichen Umsicht lebte Hans den Freundeskreis vor. Er war die Mitte, um die sich die jungen Nachkriegs-ASM´ler scharten. So schuf Hans ein Gesinnungsfundament, auf dem die ASM bis heute steht und das die ASM hoffentlich auch in Zukunft tragen wird. Viele Freundschaften sind seitdem in der ASM entstanden, viele für ein ganzes Leben.
1961 übergab Hans die Leitung der Sektion an den herangereiften Nachwuchs, sodaß er sich neuen Aufgaben zuwenden konnte. Es dauerte aber nicht lange, da holte ihn der Alpenverein wieder ein. 1963 gewann die Exil-Sektion „Leipzig in München“ unseren Hans als Mitglied zurück und 1968 wählte sie ihn zum Ersten Vorsitzenden.
Hans wußte damals sicher nicht, daß er dieses Amt für die nächsten 27 Jahre bekleiden würde - bis 1995 - und daß es insbesondere  seine Sache werden sollte, die von einer Lawine zerstörte Sulzenauhütte wieder aufzubauen. Außerdem war Hans von 1970 bis 1976 ehrenvolles Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Alpenvereines für die Belange der ehemaligen mittel- und ostdeutschen Sektionen und deren Hütten.
Und schließlich baute Hans in den 70-er und 80-er Jahren nebenbei auch noch das Archiv für Auslandsbergfahrten in der Bibliothek des DAV auf der Praterinsel auf. Trotz dieser mannigfaltigen, von Schaffenskraft geprägten Tätigkeiten vergaß unser Hans seine ASM nicht. Er begleitete uns durch all die Jahre, nahm Anteil, gab Rat, kam zu unseren Veranstaltungen und Festen und freute sich an den Einladungen seines ASM-Freundeskreises.
Bereits 1971 ehrte die ASM ihren Hans mit der höchsten Auszeichnung, die sie vergeben kann - mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.
Hans war die Gnade zuteil, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und in verhältnismäßig guter körperlicher Verfassung in Würde sehr alt zu werden. Hans verdankte diese Gnade gewiß auch seiner positiven Lebenseinstellung und seinem Glauben an das Gute im Menschen.
Hans hat ein Beispiel für ein Menschenbild gegeben, das Kant philosophisch mit den Worten formulierte: „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit gleichzeitig zu einer allgemeinen Gesetzgebung werden können“ und das Goethe dichterisch  in die Worte kleidete: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“.
Ein erfülltes Leben einer großen Persönlichkeit mit großem Herzen ging zu Ende. In dieses erfüllte Leben fügte es sich, daß Hans den Tod in den letzten Jahren immer mehr in sein Leben einbezog, den Tod als Teil des Lebens, den Tod als Übergang zwischen Zeit und Ewigkeit.
Und es fügte sich auch, daß Hans sanft entschlief, wie er sich es gewünscht hatte. Das alles gibt uns Trost.
Hans war uns Vater und Freund - sein Vorbild ist uns Vermächtnis.
                                                                                                                       Peter Brill
 
geändert 17-Mar-2008 HW

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